Die Jury

Die Juror*innen des WORTMELDUNGEN-Literaturpreises Hasnain Kazim, Christine Lötscher, Ijoma Mangold, Sighard Neckel, Daniela Strigl und Maryam Zaree repräsentieren unterschiedliche Professionen, um sich mit den eingereichten Texten interdisziplinär auseinandersetzen zu können. Sie verbindet die Liebe zur Literatur und ein ausgeprägtes persönliches wie auch professionelles Interesse an den gesellschaftlichen Umbrüchen unserer Zeit.

Hasnain Kazim

lebt als freier Autor und Journalist in Wien. Er war viele Jahre Redakteur für SPIEGEL ONLINE und den SPIEGEL, die meiste Zeit Auslandskorrespondent mit Stationen in Islamabad/Pakistan, Istanbul/Türkei und Wien/Österreich.

Er studierte Politikwissenschaften an der Universität Hamburg und absolvierte eine Laufbahn als Marineoffizier. Er ist Verfasser von fünf Büchern: Grünkohl und Curry. Die Geschichte einer Einwanderung (2009), Plötzlich Pakistan. Mein Leben im gefährlichsten Land der Welt (2015), Krisenstaat Türkei. Erdogan und das Ende der Demokratie am Bosporus (2017), Post von Karlheinz. Wütende Mails von richtigen Deutschen – und was ich ihnen antworte (2018) und Auf sie mit Gebrüll! …und mit guten Argumenten. Wie man Pöblern und Populisten Paroli bietet (2020).

Christine Lötscher

forscht und lehrt als Privatdozentin am Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft ISEK - Populäre Kulturen der Universität Zürich und vertritt zurzeit die Professur für Kulturmanagement an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Als freie Literaturkritikerin ist sie für verschiedene Medien tätig und moderiert regelmäßig Lesungen und Gespräche auf Festivals und in Literaturhäusern.

Ijoma Mangold

ist kulturpolitischer Korrespondent der ZEIT. Nach Stationen bei der Berliner Zeitung und der Süddeutschen Zeitung, ist er seit 2009 bei der ZEIT, deren Literaturchef er von 2013-2018 war. Mit Amelie Fried moderierte er die ZDF-Sendung Die Vorleser. Mangold ist Träger des Berliner Preises für Literaturkritik, hatte Gastprofessuren in Göttingen und St. Louis und ist ständiger Kritiker im Lesenswert-Quartett des SWR.

Er studierte Literaturwissenschaften und Philosophie in München und Bologna. Im Sommer 2017 erschien sein Buch Das deutsche Krokodil - Meine Geschichte beim Rowohlt Verlag.

Sighard Neckel

ist Professor für Gesellschaftsanalyse und sozialen Wandel an der Universität Hamburg. Er studierte Soziologie, Rechtswissenschaft und Philosophie an der Universität Bielefeld und der Freien Universität Berlin.

1990 promovierte er mit einer Arbeit über Status und Scham, 1996 habilitierte er sich im Fach Soziologie mit einer Gemeindestudie zum politischen Wandel in Ostdeutschland. Danach folgten Professuren u.a. in Gießen, Wien und Frankfurt a.M., bevor er 2016 an die Universität Hamburg berufen wurde. Gastprofessuren und Fellowships führten ihn in die USA, nach Südkorea, Australien, Polen, Griechenland und in die Schweiz. Zahlreiche Publikationen, u. a.: Flucht nach vorn. Die Erfolgskultur der Marktgesellschaft (2008), Strukturierte Verantwortungslosigkeit. Berichte aus der Bankenwelt (2010), Sternstunden der Soziologie (2010), Leistung und Erschöpfung (2013), Die Gesellschaft der Nachhaltigkeit (2018), Die globale Finanzklasse (2018).

Daniela Strigl

ist Literaturwissenschaftlerin, Kriti­kerin und Essayistin (u.a. für die FAZ, Die Welt, Falter, Der Standard u.v.a.). Seit 2007 lehrt sie am Institut für Germanistik der Universität Wien.

Sie war insgesamt elf Jahre Jurorin beim Ingeborg-Bachmann-Prei­s in Klagenfurt sowie 2009 und 2019 Mitglied der Jury des Deutschen Buchpreises und von 2013 bis 2015 des Preises der Leipziger Buchmesse. 2001 erhielt sie den Österreichischen Staatspreis für Li­te­raturkritik, 2007 den Max Kade-Essaypreis, 2013 den Alfred-Kerr-Preis und 2019 den Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay.

Zahlreiche Publikationen, zuletzt: »Wahrscheinlich bin ich verrückt ...«: Marlen Haushofer – die Biographie (5. Aufl. 2016), Marie von Ebner-Eschenbach: Leseausgabe in vier Bänden (Mithg., 2014/2015), Sonderweg in Schwarzgelb? Auf der Suche nach einem österreichischen Naturalismus in der Literatur (Mithg., 2016), Berühmt sein ist nichts: Marie von Ebner-Eschenbach. Eine Biographie (2016).

Maryam Zaree

wuchs in Frankfurt a. M. auf und studierte Schauspiel an der Filmuniversität Babelsberg. Sie hat in über vierzig Filmen mitgespielt und war an verschiedenen Theatern beschäftigt, wie u.a. an der Schaubühne Berlin und dem Maxim Gorki Theater in Berlin. Für ihre Rolle in der Serie 4Blocks gewann sie den Grimme Preis. Mit dem Regisseur Christian Petzold arbeitet sie regelmäßig zusammen (Transit, Polizeiruf, Tatorte, Undine). Zuletzt war sie im Kino in Systemsprenger von Nora Fingscheidt zu sehen. 

Sie ist zudem als Autorin und Regisseurin tätig, 2017 gewann sie mit ihrem ersten Stück Kluge Gefühle den Autorenpreis des Heidelberger Stückemarkts, 2019 den Schiller Gedächtnis Preis. Ihr Regiedebüt, der Dokumentarfilm Born in Evin, feierte seine Premiere auf der Berlinale 2019, wurde in über dreißig Ländern gezeigt und vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Berlinale Kompass-Perspektive-Preis, dem Hessischen Filmpreis und der Lola, dem deutschen Filmpreis.