Die Jury

Die Juror*innen des WORTMELDUNGEN-Literaturpreises Anne Zohra Berrached, Hasnain Kazim, Esra Küçük, Christine Lötscher, Ijoma Mangold, Sighard Neckel und Daniela Strigl repräsentieren unterschiedliche Professionen, um sich mit den eingereichten Texten interdisziplinär auseinandersetzen zu können. Sie verbindet die Liebe zur Literatur und ein ausgeprägtes persönliches wie auch professionelles Interesse an den gesellschaftlichen Umbrüchen unserer Zeit.

Anne Zohra Berrached

ist Drehbuchautorin und Regisseurin. Nachdem sie zwei Jahre als Theaterpädagogin in London arbeitete, begann sie 2009 ein Studium im Bereich Regie an der Filmakademie BW.

Bereits im dritten Studienjahr schrieb sie das Drehbuch und führte Regie bei ihrem ersten Kinofilm Zwei Mütter, der 2013 auf der 63. Berlinale seine Weltpremiere feierte und u.a. dort mit dem Hauptpreis der Sektion Perspektive Deutsches Kino ausgezeichnet und in sieben Ländern im Kino und Fernsehen ausgewertet wurde. Ihr zweiter Kinofilm 24 Wochen feierte seine Weltpremiere als einziger deutscher Beitrag im Wettbewerb der 66. Berlinale 2016 und wurde in 18 Territorien im Kino und Fernsehen ausgewertet. Im gleichen Jahr schloss sie ihr Studium an der Filmakademie BW mit Diplom ab.

Anne Zohra erhielt für 24 Wochen u.a. vier Regie- und drei Drehbuchpreise sowie 2017 den Deutschen Filmpreis in Silber. Im selben Jahr realisierte sie ihren ersten TATORT Der Fall Holdt mit Maria Furtwängler. In seiner Erstausstrahlung im Fernsehen schauten ihn mehr als 10 Millionen Zuschauer. Zur Zeit ist Anne Zohra Berrached mit ihrem internationalen Kinofilm Kopilot in der Postproduktion, den sie in Deutschland, Libanon und den USA drehte. Sie erhielt auf der Berlinale für ihr Drehbuch den Eurimage Co-Production Market Drehbuchpreis und für die Förderung den begehrten ARTE Grand Accord.

Hasnain Kazim

lebt als freier Autor und Journalist in Wien. Er war viele Jahre Redakteur für SPIEGEL ONLINE und den SPIEGEL, die meiste Zeit Auslandskorrespondent mit Stationen in Islamabad/Pakistan, Istanbul/Türkei und Wien/Österreich.

Er studierte Politikwissenschaften an der Universität Hamburg und absolvierte eine Laufbahn als Marineoffizier. Er ist Verfasser von fünf Büchern: Grünkohl und Curry. Die Geschichte einer Einwanderung (2009), Plötzlich Pakistan. Mein Leben im gefährlichsten Land der Welt (2015), Krisenstaat Türkei. Erdogan und das Ende der Demokratie am Bosporus (2017), Post von Karlheinz. Wütende Mails von richtigen Deutschen – und was ich ihnen antworte (2018) und Auf sie mit Gebrüll! …und mit guten Argumenten. Wie man Pöblern und Populisten Paroli bietet (2020).

Esra Küçük

ist Geschäftsführerin der gemeinnützigen Allianz Kulturstiftung, die multilaterale Kunst-, Kultur- und Bildungsprojekte in Europa und im Mittelmeerraum initiiert und fördert u.a. auch den Jean Améry Preis für europäische Essayistik.

Die in Hamburg geborene Politikwissenschaftlerin beschäftigt sich mit den Zukunftsfragen einer Gesellschaft im Wandel und war zuletzt Mitglied des Direktoriums im Maxim Gorki Theater. Dort arbeitete sie an der Entwicklung von Erzählungen für eine vielfältige Stadtgesellschaft und schuf mit dem Gorki Forum einen Ort für diese Auseinandersetzung an der Schnittstelle von Kultur, Wissenschaft und Politik.

Christine Lötscher

forscht und lehrt als Privatdozentin am Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft ISEK - Populäre Kulturen der Universität Zürich und vertritt zurzeit die Professur für Kulturmanagement an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Als freie Literaturkritikerin ist sie für verschiedene Medien tätig und moderiert regelmäßig Lesungen und Gespräche auf Festivals und in Literaturhäusern.

Ijoma Mangold

ist kulturpolitischer Korrespondent der ZEIT. Nach Stationen bei der Berliner Zeitung und der Süddeutschen Zeitung, ist er seit 2009 bei der ZEIT, deren Literaturchef er von 2013-2018 war. Mit Amelie Fried moderierte er die ZDF-Sendung Die Vorleser. Mangold ist Träger des Berliner Preises für Literaturkritik, hatte Gastprofessuren in Göttingen und St. Louis und ist ständiger Kritiker im Lesenswert-Quartett des SWR.

Er studierte Literaturwissenschaften und Philosophie in München und Bologna. Im Sommer 2017 erschien sein Buch Das deutsche Krokodil - Meine Geschichte beim Rowohlt Verlag.

Sighard Neckel

ist Professor für Gesellschaftsanalyse und sozialen Wandel an der Universität Hamburg. Er studierte Soziologie, Rechtswissenschaft und Philosophie an der Universität Bielefeld und der Freien Universität Berlin.

1990 promovierte er mit einer Arbeit über Status und Scham, 1996 habilitierte er sich im Fach Soziologie mit einer Gemeindestudie zum politischen Wandel in Ostdeutschland. Danach folgten Professuren u.a. in Gießen, Wien und Frankfurt a.M., bevor er 2016 an die Universität Hamburg berufen wurde. Gastprofessuren und Fellowships führten ihn in die USA, nach Südkorea, Australien, Polen, Griechenland und in die Schweiz. Zahlreiche Publikationen, u. a.: Flucht nach vorn. Die Erfolgskultur der Marktgesellschaft (2008), Strukturierte Verantwortungslosigkeit. Berichte aus der Bankenwelt (2010), Sternstunden der Soziologie (2010), Leistung und Erschöpfung (2013), Die Gesellschaft der Nachhaltigkeit (2018), Die globale Finanzklasse (2018).

Daniela Strigl

ist Literaturwissenschaftlerin, Kriti­kerin und Essayistin (u.a. für die FAZ, Die Welt, Falter, Der Standard u.v.a.). Seit 2007 lehrt sie am Institut für Germanistik der Universität Wien.

Sie war insgesamt elf Jahre Jurorin beim Ingeborg-Bachmann-Prei­s in Klagenfurt sowie 2009 und 2019 Mitglied der Jury des Deutschen Buchpreises und von 2013 bis 2015 des Preises der Leipziger Buchmesse. 2001 erhielt sie den Österreichischen Staatspreis für Li­te­raturkritik, 2007 den Max Kade-Essaypreis, 2013 den Alfred-Kerr-Preis und 2019 den Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay.

Zahlreiche Publikationen, zuletzt: »Wahrscheinlich bin ich verrückt ...«: Marlen Haushofer – die Biographie (5. Aufl. 2016), Marie von Ebner-Eschenbach: Leseausgabe in vier Bänden (Mithg., 2014/2015), Sonderweg in Schwarzgelb? Auf der Suche nach einem österreichischen Naturalismus in der Literatur (Mithg., 2016), Berühmt sein ist nichts: Marie von Ebner-Eschenbach. Eine Biographie (2016).