Literaturpreis 2026

Das ist die Shortlist!

Marcel Beyer, Petra Nagenkögel, Lara Rüter, Boris Schumatsky und Ivna Žic stehen auf der Shortlist des 9. WORTMELDUNGEN Ulrike Crespo Literaturpreis für kritische Kurztexte.

„ – erstaunlicherweise überzeugten letztendlich weniger die Texte, die sich der großen Frage der maschinellen Sprachen und der sogenannten KI stellten, als vielmehr die, die sich mit der sozialen Dimension von Krankheit, Körper und der körperlichen Dimension von repressiver Politik auseinandergesetzt haben“, so die Jury.

Marcel Beyer

Augenlicht

marcel-beyer-c-jurgen-bauer.png

© Jürgen Bauer

Marcel Beyer (*1965) ist eine der einflussreichsten Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Er schreibt Gedichte, Romane, Essays und Libretti. Zuletzt erschienen der Gedichtband „Dämonenräumdienst“ (Suhrkamp Verlag, 2020) und der Band „Die tonlosen Stimmen beim Anblick der Toten auf den Straßen von Butscha“ (Wallstein Verlag, 2023) über die Medienwirklichkeiten während der ersten Wochen des russischen Großangriffs auf die Ukraine im Frühjahr 2022. Für sein umfangreiches Werk wurde er vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Georg Büchner-Preis 2016, der Thomas Kling-Poetikdozentur 2019 und dem Peter Huchel-Preis 2021. Marcel Beyer lebt in Dresden.

crespo_24_001_ci_verlaufe_wortmeldungen_web_literaturpreis_links_02.png

„Die Augenklappe war, trotz aller Mißlichkeit, ein kleines Glück.“

Marcel Beyer

„Das Wort erloschen geht in mir um.“

Petra Nagenkögel

Petra Nagenkögel

Endlinge

petra-nagenkogel-c-eva-mrazek.png

© Eva Mrazek

Petra Nagenkögel (*1968) lebt als freie Autorin und Literaturvermittlerin in Wien. Sie publizierte Prosa, Lyrik und essayistische Texte in Zeitschriften und Anthologien. Ihr literarisches Debüt „Dahinter der Osten“ erschien 2002 im Residenzverlag. Zuletzt veröffentlichte sie den Prosaband „DORT. Geografie der Unruhe“ (Jung und Jung, 2019). Seit 1998 leitet sie den Literaturverein Prolit im Salzburger Literaturhaus mit Schwerpunkt auf der Vermittlung ost- und südosteuropäischer Literatur.

Lara Rüter

Formula 977

lara-ruter-c-franz-grunewald.png

© Franz Grünewald

Lara Rüter (*1990) schreibt Lyrik und Essays. Ihr letzter Gedichtband „amoretten in netzen“ erschien 2024 im Wunderhorn Verlag, der Essay „Affenliebe“ erscheint im Frühjahr 2026 im Hanser Verlag. Sie wurde für ihr Schreiben mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Preis für Lyrik beim Open Mike, dem Caroline-Schlegel-Förderpreis für Essayistik 2020, dem Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis beim Literarischen März 2021 und dem Kranichsteiner Literaturförderpreis 2025. Im selben Jahr war sie Stadtschreiberin von Halle. Lara Rüter lebt in Leipzig.

crespo_24_001_ci_verlaufe_wortmeldungen_web_literaturpreis_links_02.png

„So wie ich der Dämon meiner Mutter war, ist meine Mutter meiner.“

Lara Rüter

„Ich finde Worte dafür, aber keinen Ausweg.“

Boris Schumatsky

Boris Schumatsky

MIT RUSSLAND STERBEN

boris-schumatsky-c-milena-schlosser_3.png

© Milena Schlösser

Boris Schumatsky (*1965) ist Schriftsteller und Publizist. Er wurde in Moskau geboren und lebt seit den 1990er Jahren in Berlin. Zuletzt erschienen der Roman „Die Trotzigen" (Blumenbar 2016) und der Essayband „Der neue Untertan" (Residenz Verlag 2021). 2021 initiierte Schumatsky das Projekt „Stolperworte“ (Literaturlesungen an Stolpersteinen). Nach der russischen Invasion in der Ukraine greift er verstärkt in die öffentliche Debatte ein. Die Erfahrung von Krieg und Gewalt verarbeitet Schumatsky in seinem aktuellen Romanprojekt über den Selbstmord Paul Celans (erscheint im Herbst 2026 im Residenz Verlag). Ein Auszug aus diesem Roman wurde beim Bachmannpreis 2025 mit dem Deutschlandfunk-Preis ausgezeichnet.

Ivna Žic

Die Unversehrten

ivna-zic-c-julien-chavaillaz.png

© Julien Chavaillaz

Ivna Žic (*1986 in Zagreb) lebt als freie Schriftstellerin und Theaterregisseurin in Wien und Zürich. Sie schreibt Prosa, Texte fürs Theater, Essays und übersetzt aus dem Englischen und Kroatischen. Ihr Debütroman „Die Nachkommende“ (Matthes & Seitz Berlin, 2019) wurde für den Schweizer und den Österreichischen Buchpreis nominiert sowie mit dem Anna-Seghers-Preis 2020 und dem Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis 2022 ausgezeichnet. Der Essayband „Wahrscheinliche Herkünfte“ (Matthes&Seitz Berlin 2023) wurde 2024 mit einem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet. Ihre Theaterarbeiten waren im gesamten deutschsprachigen Raum zu sehen. Von 2020 bis 2022 gehörte Žic dem Leitungsteam des Theater HORA in Zürich an.

crespo_24_001_ci_verlaufe_wortmeldungen_web_literaturpreis_links_02.png

... während der Körper von der Flut in die Ebbe wandelt ...

Ivna Žic

Begründung der Jury

„Der Jury lag eine äußerst diverse Auswahl an Texten mit Auseinandersetzungen zu Krieg, Gewalt, ökologischer Krise, Krankheit, KI, Apokalyptik und Trauer zugrunde. Dazu kamen sehr unterschiedliche literarische Arbeitsweisen, von persönlichem, stark mit Bezügen arbeitenden, sprachkritischen, mäandernden und sehr programmatischen Anteilen; wir diskutierten Texte, die uns vielfach berührt haben. Nach der Einzelwürdigung aller nominierten literarischen Arbeiten haben wir uns auf die Texte geeinigt, bei denen wir auf unterschiedliche Weise einen souveränen und originellen wie auch nachhaltigen Zugriff auf ihre thematischen Herausforderungen finden konnten – erstaunlicherweise überzeugten letztendlich weniger die Texte, die sich der großen Frage der maschinellen Sprachen und der sogenannten KI stellten, als mehr die, die sich mit der sozialen Dimension von Krankheit, Körper und der körperlichen Dimension von repressiver Politik auseinandergesetzt haben.“