Der Preisträger 2019

Thomas Stangl (geb. 1966) hat Philosophie und Hispanistik studiert und lebt als freier Schriftsteller in Wien. Seine Romane und Essaybände sind im Grazer Droschl-Verlag erschienen, zuletzt im Frühjahr 2019 der Erzählungsband „Die Geschichte des Körpers“, in dem unter anderem auch sein Wortmeldungen-Preisträger-Text  „Die Toten von Zimmer 105“ abgedruckt ist. Thomas Stangl hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter 2004 den „aspekte“-Literaturpreis, 2007 den zweiten Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb sowie den Literaturpreis des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft, 2011 den Erich-Fried-Preis und 2019 die Ehrengabe der Deutschen Schillergesellschaft.

Der Preisträgertext

Thomas Stangl erhielt den WORTMELDUNGEN-Literaturpreis 2019 für seinen Text „Die Toten von Zimmer 105“. Der Text ist am 23. Mai 2019 in dem Erzählband „Die Geschichte des Körpers“ im Droschl Verlag erschienen. „Es ist ein Text, der erschüttert, aber vor allem wachrüttelt.“, so die Jury.

Thomas Stangl „Die Toten von Zimmer 105“ (PDF)

Die Begründung der Jury zur Verleihung des WORTMELDUNGEN-Literaturpreises an Thomas Stangl: „Der österreichische Schriftsteller hat in seiner Geschichte eines der großen Themen unserer Zeit in den Mittelpunkt gestellt: Die Alten in unserer Gesellschaft – wie es ihnen geht, wenn sie dement werden und krank, wie es ihnen geht, wenn sie vergessen werden. Viel ist über dieses Thema schon geschrieben worden, doch Thomas Stangl gelingt etwas ganz Besonderes: Er macht die alten und kranken Menschen nicht zu Objekten, die er beschreibt, sondern er macht uns, die Leser, zum Subjekt. Auf diese Weise führt er vor, wie eben diese Menschen unserer Gesellschaft gewissermaßen einen Spiegel vorhalten, in dem wir sehen, wie viel ihr Schicksal mit unserer Gegenwart und Zukunft zu tun hat.“

Die Preisverleihung 2019

Am 25. Mai wurde der WORTMELDUNGEN-Literaturpreis 2019 an Thomas Stangl verliehen. In einem Podiumsgespräch zum Thema „Was nicht zum Spiel gehört“– Unser Umgang mit Alter, Demenz und Tod setzten sich Expert*innen aus verschiedenen fachlichen und persönlichen Perspektiven mit den Themen des Preisträgertextes auseinander. Moderatorin Cécile Schortmann diskutierte mit dem Palliativmediziner Ingmar Hornke, dem Autor Tilman Jens, der Soziologin Helen Kohlen und der Schauspielerin Anke Sevenich. Szenisch gerahmt wurde die Diskussion durch den Kabarettisten Michael Quast. Gemeinsam verfasst mit dem Autor Rainer Dachselt, präsentierte er pointierte Assoziationen und heitere Gemeinheiten zum Thema „Ach, lassen Sie sich Zeit!“ Kann man den Themen Alter, Demenz und Sterben auch mit Humor begegnen?  Die Laudatio auf Thomas Stangl hielt Stephan Lebert, Journalist und Mitglied der Jury.

Eine Veranstaltung der Crespo Foundation in Kooperation mit dem Schauspiel Frankfurt und hr2-kultur.
(Fotos: Jörg Baumann)

Die Laudatio

Stephan Lebert: Laudatio auf Thomas Stangl (PDF)

Filmportrait Thomas Stangl

Sendung zur WORTMELDUNGEN-Lesenacht und Förderpreisverleihung auf hr2-Kultur in der Sendung Spätlese vom 18.06.2019 um 22:00 Uhr

Mitschnitt zu „Lassen Sie sich Zeit“ – Satirische Betrachtungen I + II von Michael Quast anlässlich der Preisverleihung an Thomas Stangl

Sendung zur WORTMELDUNGEN-Preisverleihung auf hr2-Kultur am 01.06.2019 um 18:04 Uhr

Gespräch mit Thomas Stangl im hr2-Kulturcafé am 22.05.2019 um 17:10 Uhr (Moderation: Daniella Baumeister)