WORTMELDUNGEN-Literaturpreis Shortlist 2021

Die Jury hat aus insgesamt 293 Einsendungen zehn Titel für die Shortlist des WORTMELDUNGEN-Literaturpreises nominiert. Das ist ihre Begründung: „Was macht die Krise mit der Gesellschaft? Die zehn Kurztexte und Essays, die wir für die Shortlist ausgewählt haben, machen Aspekte sichtbar, die in den aufgeregten Debatten oft untergehen – von kleinen Verschiebungen der Wahrnehmung bis zu radikalen Reaktionen. In ganz unterschiedlichen Tonlagen und aus überraschenden Perspektiven untersuchen sie Auswirkungen der Covid-19-Pandemie, der Klimaerwärmung, des wachsenden ökonomischen Drucks und erzählen Geschichten von Diskriminierung und Gewalt im Zusammenhang mit Migration und mit kollektiver Erinnerung, aber auch davon, wie Krankheit und Tod verwaltet werden – und nicht zuletzt reflektieren sie, wie man über Gegenwart schreiben kann. Die Jury ist beeindruckt von der Vielfalt literarischer Verfahren, die in den komplex und eigenwillig gestalteten Texten zum Einsatz kommt. Ob zart und differenziert, dokumentarisch und analytisch, emotional aufwühlend, grotesk oder spekulativ – die zehn Texte bieten ebenso kritische wie lustvolle Zugänge zu einer unübersichtlichen Wirklichkeit.“
 
Hier sind alle Texte der Shortlist nachzulesen:

Xaver Bayer

Die Apokalypse des Lukas

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(*1977 in Wien) schreibt Romane, Erzählungen und Theaterstücke. Er studierte Philosophie und Germanistik und lebt als freier Schriftsteller in Wien. Zuletzt erschienen sind der Prosaband Wildpark (2019) und der Erzählband Geschichten mit Marianne (2020), für den er 2020 den Hauptpreis des Österreichischen Buchpreises erhielt.

Marius Goldhorn

Am Hang

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(*1991 in Koblenz) studierte Geschichte und Literatur in Berlin und Hildesheim. Er ist Autor von Prosa, Essays und Gedichten. 2020 erschien sein Debütroman Park in der edition Suhrkamp und sein Gedichtband yin im Korbinian-Verlag.

Andrea Grill

Die Gravitation auf der Erde

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(*1975 in Bad Ischl) ist Schriftstellerin, Übersetzerin und promovierte Evolutionsbiologin. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Otto Stoessl Preis (2010), den Förderpreis zum Bremer Literaturpreis (2011) und den Förderpreis der Stadt Wien (2013). Sie war Stipendiatin am Literarischen Colloquium Berlin, auf Schloss Wiepersdorf und Max Kade Stipendiatin an der Rutgers University (USA), 2019-2020 lehrte sie an der Universität Bern. Ihr jüngster Roman Cherubino gelangte auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2019. Zuletzt erschienen der Lyrikband Safari, innere Wildnis (2014), der Roman Das Paradies des Doktor Caspari (2015), die Naturkunde Schmetterlinge. Ein Portrait (2016) sowie das Kinderbuch Fiffy und Maurice (2019).

Melinda Nadj Abonji

Überfremd

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(*1968 in Bečej) ist Autorin und Musikerin (Geige und Gesang). Sie studierte Germanistik und Geschichte in Zürich. Seit 1998 arbeitet sie mit dem Lyriker, Sänger und Beatboxer Jurczok 1001 zusammen. Seit 2010 mit dem Multiinstrumentalisten Balts Nill, mit dem sie seit 2015 zusammen mit dem Kontrabassisten Mich Gerber ein Trio bildet. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Deutschen Buchpreis 2010 sowie den Schweizer Buchpreis 2010 für ihren Roman Tauben fliegen auf. Zuletzt erschien ihr Roman Schildkrötensoldat (2018), der mit dem ZKB-Schillerpreis ausgezeichnet wurde. 

Marion Poschmann

Laubwerk

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(*1969 in Essen) studierte Germanistik, Philosophie und Slawistik und lebt in Berlin. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen für Lyrik und Prosa, zuletzt den Bremer Literaturpreis 2021. 2019 hielt sie die Zürcher Poetikvorlesungen und 2020 hatte sie die Kieler Liliencron-Poetikdozentur inne. Ihr Roman Die Kieferninseln (2017) stand 2017 auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis und 2019 auf der Shortlist des Man Booker International. Zuletzt erschien ihr Gedichtband Nimbus (2020). Sie ist Mitglied im P.E.N., in der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur, in der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, in der Hamburger Akademie der Künste und in der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste.

Doron Rabinovici

Mitten im Prozess

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(*1961 in Tel Aviv) lebt seit 1964 in Wien. Sein Roman Andernorts war 2010 auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis, Die Außerirdischen 2017 auf der Longlist für den Österreichischen Buchpreis. Seine Studie Instanzen der Ohnmacht wurde 2000 im Jüdischen Verlag bei Suhrkamp publiziert. 2019 veröffentlichte er I wie Rabinovici. Zu Sprachen finden. Er ist Mitherausgeber der Anthologie Neuer Antisemitismus? Fortsetzung einer globalen Debatte. 2013 zeichnete er – mit Matthias Hartmann – für die Theaterproduktion Die letzten Zeugen verantwortlich. 2018 schuf er nach einer Idee von Florian Klenk die Theatercollage Alles kann passieren. Ein Polittheater. Rabinovici wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Clemens-Brentano-Preis (2002), dem Anton-Wildgans-Preis (2010) und dem Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz im Denken und Handeln (2015).

Tex Rubinowitz

Zeit der Übersprungshandlungen

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(*1961 in Hannover) lebt seit 1984 in Wien. Er zeichnet regelmäßig Cartoons und schreibt journalistische und essayistische Texte für verschiedene deutschsprachige Zeitungen und im Internet sowie für Künstlerbücher, unter anderem für Daniel Spoerri, Martin Kippenberger und Gelatin. Er war Gastprofessor für Kunst in Linz, Graz und Salzburg. Veröffentlichung zahlreicher Bücher, zuletzt Lass mich nicht allein mir ihr (2017), Wilbur (2018). 2014 wurde er für seinen Text Wir waren niemals hier  mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet.

Monique Schwitter

Fall

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(*1971 in Zürich) schreibt Prosa und dramatische Texte. Zunächst studierte sie Germanistik und Geschichte in Zürich, dann Theaterregie und Schauspiel in Salzburg. Nach Engagements an den Schauspielhäusern von Zürich, Frankfurt, Graz und Hamburg lebt sie seit 2010 als freie Schriftstellerin in Hamburg. Ihr Debüt Wenn's schneit beim Krokodil wurde 2006 u.a. mit dem Robert-Walser-Preis ausgezeichnet. Ihr jüngstes Buch Eins im Andern (2015) stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises, erhielt u.a. den Schweizer Buchpreis und wurde in 12 Sprachen übersetzt. Schwitter ist Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg und des PEN-Zentrums Deutschland.

 

Isabella Straub

Bis es still ist

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(*1968 in Wien) lebt in Klagenfurt und Wien. Nach einem Studium der Germanistik und Philosophie arbeitete sie als Journalistin und Werbetexterin. Drei Romane sind bisher erschienen, zuletzt Wer hier schlief (2017). Zahlreiche Preise und Stipendien, u.a. Preis der Erfurter Herbstlese (2013), Walter Serner-Preis (2018), Shortlist Alfred Döblin-Preis (2019), Aufenthaltsstipendium in der Villa Willemsen (2020), mehrere Projekt- und Jahresstipendien des Österreichischen Ministeriums für Kunst und Kultur. Sie hielt Poetikvorlesungen an der Universität Klagenfurt. 

Maren Wurster

Papa stirbt, Mama auch

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(*1976 in Filderstadt) lebt als freie Autorin in Berlin. Sie studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, Germanistik und Philosophie in Köln und Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Ihre Abschlussarbeit, der Roman Das Fell, erschien 2017 bei Hanser Berlin. Sie veröffentlicht zudem Kurzprosa in Zeitschriften und Anthologien und arbeitet im Filmbereich. Im Rahmen eines Aufenthaltsstipendiums des Goethe-Instituts am Heinrich Böll Cottage in Irland 2018 begann sie ihr zweites Romanprojekt. 2019 war sie Werkstipendiatin des Deutschen Literaturfonds. Maren Wurster ist Teil des Autorinnen*kollektivs „Writing with CARE / writing with RAGE“.

WORTMELDUNGEN-Literaturpreis Shortlist 2020

Hier sehen Sie die Shortlist 2020.